Photos des Eröffnungsabends:
(von unserem verehrten Hausphotographen Dipl. Ing. J.Sobek)
Es gibt Betrachter von Birgit Glindmeiers Arbeiten, die müssen aufgeben. Ja, sie beginnen sich gegen etwas zu wehren, das sie vermeintlich in den Puppenbildern sehen, aber doch nur in sich selbst wiedergefunden haben. Der maschinell perfekt hergestellte Puppenkörper übernimmt eine Stellvertreterfunktion für unsere eigenen Wünsche und Phantasien – und Ängste.
Dabei bleibt der Puppenkörper, das Objekt, an sich harmlos, einfältig, arglos und letztlich unschuldig.
…. folgt das Frühjahrsfest mit der Eröffnung unserer neuen Ausstellung von Birgit Glindmeier! Ein Puppenzauber ohnesgleichen….

Und zur Begrüßung gibt es den ersten Glühwein des Jahres.
Die Sopranistin Yvonne Kluin performt Accordando Claque von Hallgrimur Vilhjalmsson anlässlich der Wiesbadener Tatorte Kunst 2012 bei der Finissage der Austellung EXPROPIATING ART über Christof Malchen.
Erschienen in der Jungle World 43/12
Die Ausstellung »Schwarze Romantik« im Frankfurter Städel verläuft sich in den Albträumen verschiedener Epochen.
von Oliver M. Piecha
Der Begriff »Romantik« ist abgenutzt und vage, und lange ist es her, dass man ihn ideologiekritisch untersucht hat. Längst ist alles und nichts romantisch, mal ist damit die künstlerische Epoche zu Beginn des 19. Jahrhunderts gemeint, mal wird damit ein emotionaler Zustand bezeichnet, manchmal ist es bloß ein anderes Wort für Kitsch. Als »romantisch« gilt die Teekerze am Badewannenrand, besonders schwer romantisch sind die düsteren einsamen Landschaften Caspar David Friedrichs. Wahnsinn, Verwesung und Frankenstein sind aber auch romantisch, das ist dann die »Schwarze Romantik«, die zurzeit in einer Ausstellung im Frankfurter Städel präsentiert wird.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entsteht in England eine Vorform des Horrorromans, die Gothic Novel, bald beginnen auch die ersten Maler, befremdliche Dinge in den Blick zu nehmen: Goya malt Kannibalen, Hexen, Vergewaltigungen und Kriegsgreuel, William Blake zeichnet religiös verbrämte Fantasy-Monster. Es war die künstlerische Auseinandersetzung mit den Nachtseiten der Aufklärung, die Sphäre des Traumes wurde entdeckt, eine Ahnung vom Unbewussten entstand. Der Schrecken über die finsteren Potentiale der entfesselten Zivilisation suchte im Zeitalter der Revolution und des Terrors seinen Ausdruck. Goyas berühmter Stich »Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer« versinnbildlicht diesen Prozess. Die Ausstellung versucht, eine Linie von den Anfängen der Schwarzen Romantik bis hin zu den Symbolisten und Surrealisten zu ziehen. Folgt man dieser weiten Auslegung, dann erscheint die Romantik als integraler Bestandteil der Moderne, sie kommt zusammen mit der Aufklärung auf die Welt, sie ist keine Frage des Stils mehr, sondern eine der Perspektive, sie ist im Kern der Blick auf das Bizarre und Abgründige. Weiterlesen
Am Sonntag den 28.10. findet mit Tatorte Kunst wieder der Kunstrundgang durch Wiesbaden-Mitte statt; von 14- 19 Uhr öffnen über 20 Tatorte für Besucher. Bei esc-space bietet sich dabei die letzte Gelegenheit, die famose Christof-Malchen-Ausstellung zu besichtigen…
Beim Kunstrundgang ist noch einmal die Lesung des Rafael-Horzon-Imitators Oliver M. Piecha über Wiesbaden-Mitte und die aufreibende Suche nach Mickey Rourke zu hören, fast eine Weltpremiere ist die Wiederaufführung zweier verschollener Malchen-Filme aus den späten achtziger Jahren: Sonnentaler und Curves of pursuit. Stündlich folgt ein weiterer absoluter Höhepunkt: die Aufführung des Stückes „Accordando Claque“ des isländischen Komponisten Hallgrimur Vilhjalmsson mit der Sopranistin Yvonne Kluin. Gerüchteweise soll Andy W. so begeistert von seinem Empfang bei esc-space gewesen sein, dass er noch einmal … 
… und falls Mickey Rourke erneut nicht kommt, dann eben er:
Die Lesung zur Malchen-Ausstellung, in der alles Wesentliche zur Sprache kommt.
Oliver M. Piecha im Gespräch mit Sonja Toepfer