Défense d’afficher!

- FINISSAGE AM PFINGSTSONNTAG!!! -

15 – 18 Uhr

Galeriedirektor B. Klement während seines kunsttheoretischen Vortrages über Poster anläßlich des Frühjahrsfestes mit der Vernissage von LUMARA vor esc-space.

Der Fotograf selbst griff zum Instrument.

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Piechaliest! bei der Vernissage von LUMARA

An der Hausecke gegenüber warten weitere Grüppchen Kapuzenpullivermummter. Einige tragen auch tief ins Gesicht gezogene Baseballkappen. Als wir in die Hauptstraße einbiegen stehen dort überall solche Grüppchen in der Gegend herum, den ganzen Häuserblock entlang. An einer Kreuzung sind schließlich alle vier Seiten dicht von Kapuzenpullis und Baseballkappen besetzt. Manche haben sich zusätzlich Palästinensertücher um den Hals gewickelt. Auf den besprühten und mit unzähligen Politplakaten in verschiedensten Verwesungszuständen beklebten Hauswänden der Wilhelminischen Mietskasernen flackert der Widerschein von Blaulicht. Weiter vorne parkt eine Kolonne drahtvergitterter Wannen. Ein paar mit Brustschilden, Rückenschilden und Arm-, Knie- und Schienenbeinschonern ausgerüstete Polizisten stehen gelangweilt im Schatten einer Hofeinfahrt. Sie sehen so aus, als warteten sie, daß man ihnen etwas zu fressen vorwirft.

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COMMING SOON: Frühjahrsfest am Samstag 21. April ab 18 Uhr

 

Plakat zum Frühjahrsfest auf dem Platz vor esc-space am 21. April 2012 ab 18 Uhr

 

 

Zur Vernissage von Olli Schneider durften wir bei eisiger Kälte über 300 Gäste begrüßen.

Der Künstler im Gespräch…

… und selbst das legendäre Glücksrad kam wieder zum Einsatz, während draußen der Glühwein gefror.

Nicht vergessen: Finissage Sonntag 18.März 15.00 bis 18.00 Uhr

Karte und Bilder

der Künstler der kommenden Ausstellung betrachtet die Bilder der letzten…

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Piechaliest! bei der Vernissage von Olli Schneider

Denn der Berg, der Berg steht da. Seit Jahrmillionen, mindestens. Der Berg war einmal Meeresgrund. Wie die anderen Berge. Von ganz tief unten nämlich kommt er her, der Berg. Er spät ist er der Berg geworden. Vorher war er Schlamm.
Und hat vermocht sich aus dem Schlamm- und Schlick zu erheben, sich aufzufalten, emporzurecken.
Einen Grund muß es ja geben, warum der Berg uns so laut ruft.

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Coming soon

 

der Aufbau hat begonnen

Die kommende Ausstellung in esc-space

Bergsinn –  Alpine Positionen von Olli Schneider

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Piechaliest! bei esc-space

Waldeinsamkeit! Das terrain vague des deutschen Mittelgebirges! Our wasteland…

Zur Vernissage von Michael Krämers “Waldwegen” ein “hochtechnologisches” Experiment… Zeitebenen, Duplizitäten, Parallelwelten etc.

“Und am Forstwegesrand wartet immer ein aus Fichtenstämmchen zusammengenagelter Hochstand auf einen Jäger.”

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Ausstellung Michael Krämer

Am Freitag, den 28. Oktober, ist es wieder soweit:
esc-space lädt ein zur Vernissage der Ausstellung des Dortmunder Fotografen und Fotodesigners Michael Krämer. Und es wird ganz leicht herbstlich: Waldwege.

Beginn 19.00, dann Lesung des Hausdichters, Sektempfang.

Und wer es am Freitag dennoch nicht schafft:

Am Sonntag, 30. Oktober locken die Tatorte Kunst nach Berlin Wiesbaden-Mitte. esc-space ist natürlich auch mit dabei, von 14.00 bis 19.00 Uhr

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ESC-SPACE ART SHOPPING

Paper Works 2012: DER Kalender von Joachim Sobek in der limitierten und von Hand (!) nummerierten esc-space edition.

Für 25 Euro bei esc-space auf die Hand – oder bei Ebay.

12 Seiten haben eigentliche alle Kalender, Paper Works 2012 hat aber 13! Also einen ganzen Monat mehr Kalender; er beginnt bereits im Dezember.

Und hier der Film über das Making of…

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Alles aus Papier!

Freitagabend in Wiesbaden, es ist das lange Wochenende mit einem perfekten Spätsommerabgang. Das erste Laub vor der esc-space Galerie ist zusammengerecht, die Vergänglichkeit hat einen Aufschub bekommen. Unter den gelichteten Bäumen auf dem kleinen dunklen Platz – seltsam bunte Leuchtstoffröhren in den Ästen leuchten dezent – stehen Zelte, und wenn die Proseccoflaschenbatterien keinen Schaubverschluß gehabt hätte, ja dann hätte das Knallen der Korken an diesem Ende eines Sommers doch gar nicht mehr aufgehört und das Ordnungsamt wäre bestimmt wegen Lärmbelästigung gekommen. So aber benahmen sich die rund 300 Gäste tatsächlich tadellos.

Im Schaufenster von esc-space hängt flächendeckend an Dachlatten montiert ein überraschend schlichtes graues Kalendertitelblatt neben dem anderen. paper works 2012 steht drauf. Und irgend etwas mit special edition und esc-space. Es handelt sich allerdings keinesfalls um eine serielle Arbeit in Geiste Andy Warhols. Auch wenn das an diesem Abend der eine oder andere anwesende Künstler angeblich sicher so verstanden haben wollte. Drinnen in der Galerie hängen an einem nächsten Holzgestell die Originale der Kalenderblätter. Die Rahmen eingepackt oder verklebt mit – Papier. Mit eben jenen Zeitungs-, Krepp-, Verpackungspapieren, mit Kartonagen, Pappen und in einem Fall mit Briefmarken, mit denen jeweils das Fotomodell eines Monatsblatts eingekleidet worden ist. Im engen Durchgang zum Nachbarraum mit dem auch sehr schicken Fünfziger Jahre Friseurladentresen ist kein Durchkommen, eine Traube von Menschen versucht hier einen Blick auf den Videoclip zu erhaschen, der das Making-of aus dem Fotostudio zeigt. Zum Glück für die vielen Zuschauer läuft er in Dauerschleife.

paper works 2012 ist eine Arbeit des Wiesbadener Fotografen Joachim Sobek. Er hat die zumeist semiproffessionellen Modelle mit Hilfe der Visagistin Sabine Graap kunstgerecht – das Wort ist hier am falschen Platz, wir werden gleich sehen warum – hergerichtet und inszeniert; mal im Mehlsack (überaus apart!), mal mit schmalen Kartons vor der Brust (alto fragile!), ein blondes Modell ist à la Sparta mit Tetrapak bewehrt, ein Brautkleid aus dem papierenen Original der Burda-Schnittmusterbogen kam auch zum Einsatz. (Für Fotografen: von innen beleuchtet).

Nur ist das Kunst? “Bloß nicht!” Joachim Sobek wehrt sofort ab und deutet in der knappen Zeit, die ihm zwischen Bussi-Bussi, Buisiness-Talk und Hand-Shake bleibt, nach draußen: “Da diskutieren Sie immer noch über Warhol und rätseln über dem Menü ihrer Diggiknipsen.” Er zuckt mit den Schultern. “Ich bin bloß Fotowerker.” Der diplomierte Wirtschaftsingenieur, der einem Leben zwischen McKinsey und Beratungsterminen in den Golfstaaten ade gesagt hat, um sich eine Kamera umzuhängen – “Eine Frage des Handwerks und der Leidenschaft!” -  , wird hinweggerissen, um sich nun in der Mitte (klein wie er ist!) von überragenden ehemals fotografierten Damen vor dem Aufbau der Bildoriginale zu postieren. Denn nun endet die eigentliche Ausstellung auch schon in einem sinnbildlichen & unwiederbringlichen Auseinanderreißen des Aufbaues. Die Originale werden den Fotomodellen übergeben, zurück bleiben die entsprechenden Kalenderbilder, die auch weiterhin zum Ankauf des äußert preisgünstigen, nummerierten und auf Wunsch auch signierten Kalenders locken (Restbestände – Stichwort Weihnachtsgeschenk! – sollen bei esc-space noch zu haben sein).

Ein namentlich bekannter Frankfurter Steuerberater, der diese Szenerie vor den Originalbildern vom Rande eines speziell für den Anlaß weiß überzogenen Sofas im Gelsenkirchner Stil aus ganz ruhig in seinem ebenfalls ganz in noch sommerlichen Weiß gehaltenem Outfit beobachtet, kommentiert trocken: “Das ist hier ja wie bei Heidi Klum.”

Tatsächlich. Vom Sofa bis zum Fenster: Models, Models, Models. Sie tragen gerne hochhackige Schuhe. Manche doch, der Eindruck drängt sich auf, etwas unsicher. Auch sehr sympathisch. Das von seiner Größe wohl überragenste Fotomodell, auf dem Kalenderbild trägt sie jugendlich bewegt einen grünen Crepeoverall, antwortet lachend auf die Frage, was das Fotoshooting bei Sobek möglicherweise besonders gemacht haben könnte: “Es gab Pizza und Gummibärchen.?”

Der Fragesteller, der es eigentlich nicht gewohnt ist, seinen Kopf bei einem Gespräch hochrecken zu müssen, hakt nach: “Und wie lange hat es gedauert?” Von oben kommt: “Viereinhalb Stunden, das war superkurz.”

Ein Gast der Vernissage, der gebürtige Brasilianer und Choreograph Eduardo Laino, kommentiert kurze Zeit später seinen Eindruck von den Bildern: “Diese Farben! Es sind für mich die Farben! Bei dem Februarfoto: Schwarz und Lila!” Auf das zugrunde liegende Papierkonzept angesprochen antwortet Laino mit einem die Stereotype von Südamerika doch etwas transzendierenden Sinnspruch, daß Papier vergänglich sei, ja, daß ihn diese Fotos so gesehen fast melancholisch anmuteten. “Was ist dahinter? Hinter dem Papier? Es zerreißt und dann ist es weg.”

Und tatsächlich, rund um die Wand in dem kleinen Nachbarraum, wo das Making-of lief, liegen, von vielen im Trubel nicht bemerkt, die zerknitterten Reste der auf Hochglanzformat so knisternden Papierbekleidungen. Ein Hauch Melancholie streift uns, fürwahr der Herbst kommt.

Aber noch läuft die Vernissage. Noch ist alles Schein (Lila und grasgrün beleuchtet aus den Bäumen) und Gläserklirren, Häppchenessen (die letzte Runde Schinkenröllchen geht erst gegen Mitternacht unwiederbringlich hinan) und Proseccoflaschenaufschrauben (wiegesagt, wären sie verkorkt gewesen…)

Der esc-space Galerist Benny Klement, fand bei seiner kurzen Ansprache den alle bewegenden Hinweis, daß es eine Toilette im oberen Stockwerk gebe.

Und dann kam Sie. Sie trat auf das am Vormittag bereits geheimnisvoll schnell dahingezauberte Podium vor dem esc-space Schaufenster (zwei Bierbänke, Sperrholz, Spax-Schauben, seidig anmutender, weißer Stoff zum Drappieren).

Und Sie sang.

Und nachher, zum donnernden Applaus noch einmal, die bezaubernde, unnachahmliche, Sopranistin Gunda Baumgärtner mit “Caruso” von Lucio Dalla. Und wirklich niemanden irritierte dabei die Anwesenheit der mit dem Original des Briefmarkenbikinis bekleidete Puppe “Jenny”. In der Folge hielt Ralf Klesy seine Laudatio auf Joachim Sobek, in der er ihn durchaus gegen dessen Willen als Künstler würdigte: “Es ist keine Arbeitsprobe, wie du es immer nennst, es ist Kunst.”

Die Tochter des “Künstlers” Sobek, Saskia Jil Sobek, man darf es wohl unverhohlen sagen, hatte zuvor die fernsehreifste Ansprache des Abends gehalten.

Alle waren bewegt. Zu Recht.

Zu allerletzter, später Stunde, die Damen unter den Zelten, die das Catering organisiert hatten, und die die wahren Arbeiter dieses Abends waren, fischten gerade die restlichen Proseccoflaschen aus der Blechwanne mit dem Eis, kam ein Künstler (es war ein Maler) draußen an einem der Stehtische vor der nun verlassenen Bühne mit der nun nackten Jenny noch einmal auf das Problem zu sprechen, das ihn wahrhaft bewegte: “Das ist so seriell irgendwie, wie bei Warhol, dieser Sobek. Das kennt man doch.” “Und”, fragt er, und sieht plötzlich auf: “Wo sind denn die ganzen Models geblieben?”

Es war der Tag, der den Sommer endet, wie es bei Gottfried Benn heißt, es war der Tag, an dem ein wenig Glamour bei esc-space Einzug hielt.

So better watch out fort he next time!

(But it is art?)

 

Und hier der Abgesang, von Joachim Sobek persönlich:

 

 

 

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